Rügen, die größte Insel Deutschlands, ist nicht nur für ihre beeindruckenden Kreidefelsen und ihre malerischen Ostseebäder bekannt, sondern auch für eine lange und faszinierende Geschichte. Bereits in den ersten Jahrhunderten vor Christus war die Insel besiedelt und entwickelte sich über Jahrhunderte hinweg zu einem bedeutenden Handels- und Kulturzentrum. Hier werfen wir einen Blick auf die Geschichte Rügens, von der frühesten Besiedlung bis zur Hansezeit.

Erste Siedler und germanische Stämme (100 v. Chr. – 5. Jh. n. Chr.) - Geschichte Rügens
Schon in der Jungsteinzeit (ca. 4.000 v. Chr.) lebten Menschen auf Rügen. Sie hinterließen monumentale Hünen- und Großsteingräber, die heute noch besichtigt werden können. Etwa 100 v. Chr. siedelten sich germanische Stämme wie die Rugier auf der Insel an, die ihr vermutlich auch ihren Namen gaben. Die Rugier waren Teil der Völkerwanderung und zogen später weiter gen Süden, wodurch slawische Stämme die Region füllten.
Slawische Besiedlung und die Ranen (6. – 12. Jahrhundert) - Geschichte Rügens
Nach dem Abzug der Germanen übernahmen slawische Stämme, insbesondere die Ranen, die Kontrolle über Rügen. Sie errichteten beeindruckende Wallanlagen und Tempelstädte, darunter das bedeutende religiöse Zentrum Arkona. Der Svantevit-Tempel von Arkona war ein bedeutendes Heiligtum und Zentrum der slawischen Götterverehrung. Die Ranen nutzten die strategisch günstige Lage Rügens, um den Handel mit skandinavischen und baltischen Regionen auszubauen.
Christianisierung und dänische Herrschaft (12. Jahrhundert) - Geschichte Rügens
Im Jahr 1168 endete die slawische Vorherrschaft auf Rügen, als der dänische König Waldemar I. und der Bischof Absalon von Roskilde die Insel eroberten. Die slawischen Heiligtümer wurden zerstört, und das Christentum wurde eingeführt. In der Folge entstanden zahlreiche Kirchen und Klöster, darunter das Kloster Bergen, das eine bedeutende Rolle für die weitere kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung Rügens spielte.
Aufstieg zur Hansezeit (13. – 14. Jahrhundert) - Geschichte Rügens
Mit der Integration in das Heilige Römische Reich entwickelte sich Rügen zu einem bedeutenden Handelszentrum. Die neu gegründeten Städte Bergen, Garz und Stralsund profitierten von der Lage an wichtigen Handelsrouten der Ostsee. Besonders Stralsund wurde im 13. Jahrhundert zu einem der wichtigsten Mitglieder der Hanse, dem einflussreichen Bündnis norddeutscher Kaufleute. Rügen profitierte von den engen Handelsbeziehungen mit Lübeck, Dänemark und Schweden, was zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führte.
Fazit: Rügens Weg in die mittelalterliche Blüte
Von den ersten germanischen Siedlern über die slawischen Ranen bis hin zur Integration in das Hanse-Bündnis war Rügen stets ein Zentrum von Handel, Religion und Kultur. Die mittelalterliche Blütezeit legte den Grundstein für die Entwicklung der Insel, die bis heute eine einzigartige Verbindung aus Geschichte und Natur darstellt. Wer Rügen besucht, kann auf den Spuren dieser bewegten Vergangenheit wandeln und historische Zeugnisse aus verschiedenen Epochen entdecken.
Die Geschichte der Insel Rügen ab der Hansezeit findest Du im nächsten Beitrag:
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